Die „bewegliche Mitte“ bezeichnet jene breite gesellschaftliche Gruppe, die weder politisch noch ideologisch an den Extremen verortet ist. Sie ist dynamisch, wandelbar und häufig entscheidend für gesellschaftliche Entwicklungen. Sie lässt sich nicht klar in Forderungen oder Diskurse einordnen, sondern bewegt sich zwischen Zustimmung, Skepsis und unsichtbarer Mehrheit.
Etwa ein Drittel der Bevölkerung zählt zur „beweglichen Mitte“ und viele türkeistämmige Menschen und Menschen mit Migrationsgeschichte sind längst ein fester Bestandteil von ihr. Diese Gruppe hat das Potenzial, Mehrheiten für eine vielfältige Gesellschaft zu bilden, wenn sie aktiv angesprochen, eingebunden und an den Veränderungen aktiv beteiligt wird.
Als Türkische Gemeinde in Deutschland engagieren wir uns gezielt seit drei Jahrzehnten dafür, diese Mitte zu erreichen, zu stärken und als Basis für eine demokratische, plurale Gesellschaft zu erhalten und dies für eine vielfältige und gegen eine polarisierte Gesellschaft.
Unsere Forderungen:
- Die Sichtbarmachung und Würdigung türkeistämmiger und migrantischer Communities innerhalb der beweglichen Mitte
- Abbau struktureller Barrieren und die Einführung verbindlicher Maßnahmen zur Erhöhung der politischen, kulturellen und sozialen Repräsentation von Menschen mit Migrationsbiographie in öffentlichen Ämtern, Gremien und Institutionen,
- Einrichtung und Finanzierung von Dialogforen und Initiativen, die die „bewegliche Mitte“ aktiv ansprechen, für Vielfalt sensibilisieren und Extremismusprävention fördern,
- Stärkung und Verstetigung von Dialogformaten zu Vielfalt, Migration und Demokratie, um differenzierte Positionen in politischen Diskursen zu fördern,
- Aufbau von Krisenkommunikationsstrategien, die die Mitte in Zeiten gesellschaftlicher Krisen stabilisieren und einbinden.
