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Die Türkische Gemeinde in Deutschland kritisiert die Aussage von Bundeskanzler Merz über Gewalt in Deutschland durch Zuwanderer*innen und sieht darin eine bewusste Instrumentalisierung des Schutzes von Frauen. Der Bundesverband fordert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt, damit insbesondere Frauen endlich besser geschützt werden können.

Mehtap Çağlar, Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, sagt: „Wir alle verdienen einen Bundeskanzler, der das Thema Gewalt – insbesondere die Gewalt gegen Frauen – ernsthaft und ganzheitlich angeht. Mit seinen gestrigen Äußerungen hat Herr Merz bewiesen, dass es ihm nicht um den Schutz von Frauen geht, sondern um politische Instrumentalisierung. Es grenzt an unterlassene Hilfeleistung, wenn ein Regierungschef angesichts globaler Erschütterungen durch Fälle wie Ulmen, Pelicot oder Epstein immer noch in das Muster ‚aber die Ausländer‘ verfällt. Wer Gewalt nur dann thematisiert, wenn er sie Migrant*innen zuschreiben kann, lässt jede einzelne Frau in Deutschland im Stich, die Schutz vor patriarchaler Gewalt braucht – egal, woher der Täter kommt.“

Ein weiterer Aspekt zu den Opfern von Gewalt, der wenig Beachtung in der öffentlichen Debatte findet, ist die Tatsache, dass Ausländer*innen überproportional Opfer von Straftaten werden. 2024 machten sie laut Polizeilicher Kriminalstatistik 25,8 Prozent aller Opfer aus, während ihr Anteil an der Bevölkerung bei 14,9 Prozent lag.

Wer über Gewalt in Deutschland sprechen möchte, muss auch über rechte Gewalt sprechen, die unter den politisch motivierten Straftaten weiterhin den größten Anteil ausmacht und 2024 sowie 2025 ein neues Rekordhoch erreichte. Das betrifft nicht nur den analogen Raum, sondern auch den digitalen Raum. Das Bundeskriminalamt verzeichnete 2024 einen Anstieg von 31,2 Prozent bei rechten Straftaten im Internet – laut BKA ein Zeichen für wachsende Polarisierung und Radikalisierung der Gesellschaft.

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