Die Türkische Gemeinde in Deutschland reagiert mit großer Sorge und Unverständnis auf die drohenden Kürzungen bei den Integrationskursen. Wenn die Bundesregierung die Mittel für die Sprachförderung reduziert, gefährdet sie nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern sägt aktiv an der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands.
„Sprache ist kein Luxusgut, sondern das Fundament. Wer an der Sprache spart, zahlt später den doppelten Preis für misslungene Integration“, erklärt Mehtap Çağlar, Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland. „Deutsch ist unsere gemeinsame Sprache, und Deutschkenntnisse sind der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe, Bildung und für den Zugang zum Arbeitsmarkt. Bundesinnenminister Dobrindt blockiert diesen Zugang aktiv, indem er die Gelder zurückhält. Es ist eine paradoxe Politik: Man beklagt den Fachkräftemangel, entzieht den Menschen aber gleichzeitig die Werkzeuge, um Teil des Arbeitsmarktes zu werden. Integration ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Wir brauchen eine Politik, die vorausschauend plant, anstatt durch kurzsichtige Haushaltssperren das mühsam aufgebaute Integrationsnetzwerk zu zerstören.“
Die Türkische Gemeinde in Deutschland beklagt außerdem die schlechte Kommunikation mit den Trägern der Integrationskurse – darunter Volkshochschulen und zivilgesellschaftliche Organisationen –, die erst über Umwege oder sehr kurzfristig über das Aus der Integrationskurse informiert wurden.
Mehtap Çağlar sagt: „Die Träger sind das Rückgrat der Integrationsarbeit. Sie im Unklaren zu lassen, ist ein Affront gegen das jahrelange Engagement dieser Institutionen und zeugt von mangelnder Wertschätzung. Auch Migrant*innen fühlen diesen Mangel an Wertschätzung, wenn das Bundesinnenministerium ihre Chancen auf Teilhabe in diesem Land mit dem Rotstift durchstreicht.“
