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Der Bundesverband für Türkisch und Mehrsprachige Bildung (BTMB) verfolgt die Entwicklungen rund um die geplante Schließung der Turkologie in Hessen mit großer Sorge.

Türkisch ist nach Deutsch eine der meistgesprochenen Sprachen in Deutschland. Die Schwächung der akademischen und institutionellen Grundlagen einer Sprache, die für Millionen Menschen Teil ihrer Familie, Kultur, Bildung und gesellschaftlichen Teilhabe ist, bedeutet nicht nur für die türkischstämmige Bevölkerung einen Verlust, sondern stellt auch einen Rückschritt für die Mehrsprachigkeits- und Bildungspolitik Deutschlands dar.

Turkologische Institute und Lehramtsstudiengänge bilden die unverzichtbare Grundlage für einen qualitativ hochwertigen Türkischunterricht. Nur durch leistungsfähige universitäre Strukturen können qualifizierte Türkischlehrkräfte ausgebildet sowie wissenschaftliche Forschung, moderne Unterrichtsmaterialien und zeitgemäße Bildungskonzepte weiterentwickelt werden.

Leider ist seit Jahren ein schleichender Abbau dieser Strukturen zu beobachten. Bereits 2014 wurde in Hamburg der Studiengang für das Lehramt Türkisch eingestellt. Nun droht mit der Schließung der Turkologie in Hessen ein weiterer schwerwiegender Einschnitt. Diese Entwicklung verstärkt die Sorgen um die Zukunft des Türkischunterrichts in Deutschland.
Zahlreiche bildungswissenschaftliche Studien belegen, dass die Förderung der Herkunftssprache und der Mehrsprachigkeit sowohl die schulischen Leistungen als auch die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen stärkt. Eine Schwächung des Türkischen im Bildungssystem steht daher im Widerspruch zu den erklärten Zielen einer modernen, inklusiven und mehrsprachigen Bildungslandschaft.

Der BTMB fordert deshalb den Erhalt, die Stärkung und die nachhaltige Unterstützung der Turkologie in Hessen. Wir appellieren an Hochschulen, Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitiker, zivilgesellschaftliche Organisationen, Gewerkschaften, Eltern sowie die gesamte Öffentlichkeit, sich für den Fortbestand dieser wichtigen Einrichtung einzusetzen.
Die Zukunft des Türkischunterrichts hängt von der Ausbildung qualifizierter Lehrkräfte ab. Die Schließung von Ausbildungsstätten bedeutet nicht nur das Ende eines Studienangebots, sondern einen schwerwiegenden Verlust für die Zukunft der türkischen Sprache und der Mehrsprachigkeit in Deutschland.
Türkisch ist keine Belastung, sondern ein gesellschaftlicher Reichtum. Turkologische Lehrstühle und Institute dürfen nicht abgebaut, sondern müssen gestärkt werden.

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