Nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin am 25. Juli 2026 solidarisiert sich die Türkische Gemeinde in Deutschland uneingeschränkt mit der queeren Community. Zugleich warnt der Verband vor vorschnellen Schlussfolgerungen und fordert von der Politik wirksame Präventions- und Demokratiearbeit statt weiterer Mittelkürzungen und stigmatisierender Rhetorik.
Gökay Sofuoğlu sagt: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die diesen islamistischen Terroranschlag voller Angst und Trauer überlebt haben. Wir solidarisieren uns uneingeschränkt mit der queeren Community. Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat queere Mitglieder, Kolleg*innen und macht schon seit Jahren queere Projektarbeit. Der Gedanke, dass auch Menschen aus unseren Reihen hätten getötet oder verletzt werden können, ist sehr beklemmend.“
Dieser Anschlag steht nicht für sich allein. Feinde der vielfältigen und offenen Gesellschaft greifen queere Menschen und ihre Veranstaltungen immer öfter an, ganz besonders aus dem rechten und rechtsextremen Spektrum. Queere Communitys – so wie migrantische Communitys – weisen seit Jahren auf diese Entwicklung hin. Eine Politik, die rechte Gewalt verharmlost, die queere Themen nicht ernst nimmt, queere Organisationen durch Mittelkürzungen unsichtbar macht oder die Community nur aus Kalkül adressiert, bestärkt Rechtsextremisten und Islamisten in ihren Gedanken und Taten.
Gerade deshalb warnt die Türkische Gemeinde in Deutschland vor vorschnellen Schlussfolgerungen.
„Der mutmaßliche Täter ist deutscher Staatsbürger und hat sich in Deutschland radikalisiert“, so Sofuoğlu weiter. „Rassismus und die Forderung nach mehr Migrationskontrolle und Abschiebung retten keine Menschenleben. Wir brauchen stattdessen wirksame Präventions- und Demokratiearbeit, die bei den Menschen ankommt – gegen Radikalisierung und gegen Queerfeindlichkeit. Doch die Bundesregierung kürzt genau dort: Erst kürzlich strich Bundesministerin Prien die Mittel für den queeren Jugendverband Lambda. Hinzu kommt, dass sich zentrale politische Vertreter*innen zuletzt abwertend über die queere Community geäußert haben. Das hat das Sicherheitsgefühl vieler queerer Menschen stark beschädigt. Wir erwarten jetzt klare Reaktionen zum Schutz und zur Stärkung queerer Organisationen.“
